Samstag, 5. November 2011

Bulletstorm - Review


Nach den vielen Wochen, die ich mit Call of Duty: Black Ops verbracht habe, brauchte ich einen Shooter, der nicht das typische „Modern Warfare“-Setting bietet. Irgendwie bin ich über Bulletstorm gestolpert. Ich lud mir bei Steam die als „gewaltgemindert“ deklarierte Demo herunter, um zu sehen was mich erwartet. Überrascht stellte ich fest, dass die Demo ungeschnitten war. Die Gewalt in dem Spiel ist heftig und genauso heftig haben die Deutschen Zensoren zugeschlagen. Nach der Demo bestellte ich mir die ungeschnittene UK-Version.



Die Entwickler von People Can Fly haben viel getan, um Bulletstorm aus der Masse der Shooter hervorzuheben. Da wäre zum einen das tropisch anmutende Setting, dadurch wirkt Bulletstorm erfrischen bunt, beinah fröhlich. Zum anderen bietet Bulletstorm aber auch ein schnelles, spaßiges Gameplay, das man kurz und gut mit „Kill with Skill“ beschreiben kann.

Der Spieler schlüpft in die Rolle des Söldners Grayson Hunt. Hunt diente als Teil des Dead Echo-Squads unter General Saranno. Bis Hunt herausfand, dass er und sein Team von Saranno als Killerkommando missbraucht wurden. Hunt und sein Team desertierten und sind seitdem auf der Flucht. Zufällig trifft Hunt im All auf das Schiff von Saranno und beginnt anzugreifen. Im Laufe des Kampfes stürzen beide Schiffe schwer beschädigt auf einen nahen Planeten. Dort angekommen stellt sich recht schnell heraus, dass die tropische Idylle trügt. Der Planet ist so gut wie verlassen, nur noch Punks, Verrückte und Mutanten tummeln sich in den Ruinen der Städte. Und die sind alle auf Ärger aus.

Bulletstorm bietet die gleiche Linearität wie die Call of Duty-Reihe. Trotzdem wirkt es nicht so strikt wie die Konkurrenz. Häufige wirklich schöne Panoramaansichten und das Leveldesign gaukeln einem gekonnt mehr Freiheit vor. Die Linearität wird nett kaschiert und fällt deshalb zu keinem Zeitpunkt negativ auf. Das Skillshot-System ist schnell erklärt. Für jeden Kill gibt es Punkte. Für Kopfschüsse oder abgetrennte Körperteile gibt es Boni. Schafft man es mehrere Kills in Reihe zu schalten, gibt es Kombo-Boni. Mit den Punkten kann man an Versorgungsstationen Munition, neue Waffen und Spezialangriffe frei schalten. Maßgeblich beeinflusst wird das Skillshot-System von der Möglichkeit Gegner wegzutreten oder mit einer Laserpeitsche zu sich zu ziehen. Das offenbart einige Möglichkeiten, um seine Skillshot-Punkte in die Höhe zu treiben. Da werden Gegner in Kakteen gekickt oder mit der Peitsche Decken über ihnen zum Einstürzen gebracht. Das Skillshot-System ist äußerst unterhaltsam und eine Abwechslung zu dem sonstigen Shootereinerlei.

Die Gegner verhalten sich, wie man es von Verrückten und Mutanten erwarten würde. Sie stürmen wild heran, um Futter für unsere Kicks zu werden, hechten manchmal gekonnt in Deckung, wechseln die Stellungen. Die KI ist also nicht schlecht und beschäftigt einen in jedem Fall mehr als das Call of Duty-Kanonenfutter. Das Leveldesign hat mich wirklich gefreut. Farbenfroh, ungeheuer abwechslungsreich und stellenweise spektakulär inszeniert. Da wurden alle Ansprüche bedient. Die Grafik der Unreal-Engine verrichtet einen hervorragenden Dienst und verwöhnt mit knackigen Texturen, großer Weitsicht und tollen Lichteffekten. Wer Gears of War gespielt hat, wird sich bei Bulletstorm heimisch fühlen. Teile des Gameplays und das Charakter- und Waffendesign wirken dem Gears of War-Universum entliehen. Da neben People Can Fly auch Epic Games an der Entwicklung beteiligt war, sollte das einen nicht überraschen.

Die Story gewinnt zwar keinen Innovationspreis, wird aber mit so viel Sarkasmus und überströmendem Testosteron erzählt, dass man einige Stellen zum Lachen hat. Ich hab mich stellenweise köstlich amüsiert. Bulletstorm ist ein toller Shooter, der in Deutschland allerdings auf Grund der Zensur weniger Beachtung gefunden haben dürfte. Ich hoffe es gibt einen Nachfolger, die Geschichte schreit danach und das Gameplay ließe sich in einer Fortsetzung sicherlich noch ausbauen. In jedem Fall kann ich Bulletstorm jedem Shooter-Fan nur wärmstens empfehlen.